Diese 3 Gewohnheiten halten dich davon ab, natürlich gesund zu atmen

natürlich gesund atmen: Mannzgöggeli mit Atemräumen (Skizze)

Was deinen natürlich gesunden Atemfluss stören kann

Im Laufe des Lebens und in bestimmten Situationen im Alltag entwickeln wir alle Gewohnheiten, die uns dabei unterstützen, das Leben zu meistern. Viele Gewohnheiten sind gut und wichtig, andere mögen für den Moment eine gute Strategie sein, schaden aber auf die Dauer der Gesundheit und dem Wohlbefinden.

Leben bedeutet für den Menschen vor allem das: ATMEN. Wenn der Atem natürlich fliesst, reguliert sich vieles von selbst. Wenn der Atem in seinem Fluss dauerhaft gestört wird, kann er seine harmonisierenden und gesundheitsfördernden und -erhaltenden Wirkungen nicht (oder nur teilweise) entfalten. Gesundheit und Wohlbefinden geraten in Gefahr, wenn es in deinem Alltag Gewohnheiten gibt, die deinen natürlich gesunden Atem stören.

Die 3 häufigsten Alltagsfehler, die den natürlich gesunden Atem stören, sind:

  • gewohnheitsmässige Mundatmung
  • zusammengesunkene Haltung
  • Dauerstress mit fehlender Erholung

Lies weiter, was den natürlich gesunden Atem ausmacht und wie du ihn dir zurückerobern kannst mit einer einfachen Übung.

Dein Atem passt sich gerne an - das ist grundlegend gesund und dabei soll es bleiben

Die situative Anpassungsfähigkeit ist wichtig, gesund und grundlegend für den Alltag. Dieses Anpassen kann aber auf die Dauer auch zu Gewohnheiten führen, die dir langfristig schaden, weil sie nicht förderlich sind für Gesundheit und Wohlbefinden.

Im Laufe des Lebens und mit allen Herausforderungen, denen du im Alltag ausgesetzt bist, entstehen also manche Gewohnheiten, die sich auf den natürlich gesunden Atem nachteilig auswirken können.

Dein Atem ist sehr anpassungsfähig und sorgt jederzeit dafür, dass du das bekommst, was du für die Situation brauchst! Was gerade wichtig ist für dich und deinen Körper, kann je nach Lebenssituation ganz unterschiedlich sein: Wenn du eine Treppe rauf rennst, brauchst du schnell viel Energie. Wenn du dich nachts im Schlaf erholst von deinen Lebensabenteuern. ist Ruhe nötig.

Eine Strategie ist es deshalb, dem natürlich gesunden Atem wieder auf die Spur zu kommen, ihn bewusst und aktiv zu fördern und zu pflegen. Der erste Schritt dafür ist, einmal zu beobachten, wann der Atem seine Arbeit wie tut: Störe den Atem nicht bei seiner Arbeit, sondern finde heraus, was ihn dabei stört!

So kannst du  Gewohnheiten, die sich nachteilig auf den natürlich gesunden Atemfluss auswirken, erkennen und letztlich «umlernen» für mehr Wohlbefinden, Gesundheit und Zufriedenheit. Damit bist du in Zukunft klar im Kopf, wohl im Körper und gut gelaunt im Alltag. Was kann es schaden, das mal auszuprobieren?

Exkurs: So bringt dein Körper Aktivität und Ruhe in Balance

Der menschliche Organismus verfügt über komplexe Steuersysteme, um die verschiedenen Anforderungen bei Aktivität oder Ruhe und Erholung zu regulieren: 

  • Das vegetative Nervensystem sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse in sekundenschnelle abgedeckt werden können, wenn du z.B. «Gas geben» musst um die Treppe raufzuflitzen.
  • Neben diesem «Gaspedal» - dem Sympathischen Ast des vegetativen Nervensystems – kannst du auch «auf die Bremse treten»: Der parasympathische Ast des vegetativen Nervensystems mit seinem wichtigsten Helfer, dem Vagus-Nerv (X. Hirnnerv) ist dein Freund und Helfer, wenn es um Ruhe und Erholung geht und du z.B. Entspannen, Verdauen oder Schlafen möchtest.
  • Dein Atemgeschehen ist direkt verbunden mit dem vegetativen Nervensystem. Denn die Atmung sorgt ja dafür, dass dir in jedem Umstand schnell genug Energie zur Verfügung steht.

Die Kehrseite – das Erholen und Ruhen – kommt in deinem Alltag vielleicht zeitenweise (oder ständig!?) zu kurz. Achte darauf, wie das bei dir ist.

Dafür kannst du auch deinen Atemrhythmus zu Rate ziehen und schauen, wie er sich wann zeigt: Einatem. Ausatem. Atempause? Oder beobachte, wann du Gähnimpulse hast und wie du mit ihnen umgehst. 

Der natürlich gesunde Atem - wie das im Idealfall läuft mit Luft und Bewegung

Dein wiederkehrender Rhythmus: Einatem. Ausatem. Atempause (oder Atemruhe)

Beim natürlich gesunden Atem füllt sich die Lunge mühelos mit der Luft des Einatems, weil das Zwerchfell – unser Hauptatemmuskel – Richtung Becken schwingt und dadurch in der Lunge ein Unterdruck entsteht. Durch diese Bewegung wölbt sich der Bauch leicht nach vorn, die Rippen öffnen sich zur Seite und es entsteht Raum bis in den Rücken und die Atemdruckwelle breitet sich im ganzen Körper dreidimensional aus.

Die sauerstoffreiche Einatemluft erreicht alle Regionen der Lunge mühelos, weil sie durch die Nase eingeströmt ist. Der Sauerstoff wird mittels Gasaustausch ins Blut befördert und in jede Körperzelle transportiert, wo er als Grundlage für den Energiestoffwechsel dient.

Das zurücktransportierte CO2 wird mit der Ausatemluft abgegeben. Beim Ausatem schwingt das Zwerchfell – das Querfell in deiner Leibesmitte – wieder zurück, der Muskel löst sich aus seiner vorherigen Anspannung, und die Atemluft strömt passiv aus.

Wenn alle Luft ausgeströmt ist, entsteht in Ruhe eine Pause. Der Ausatem ist zu Ende. Der neue Einatem noch nicht da. Es kann eine Atempause entstehen. Nun gilt es zu warten, bis er von selbst wieder einströmt und sich dieser Ablauf in deinem Rhythmus und angepasst an deine momentane Situation und an deine Bedürfnisse wiederholt.

Tag und Nacht atmet es dich auf diese Weise, ca. 20'000 Mal in 24h spielt sich das ab. Seit deinem allerersten Atemzug, als du zur Welt kamst und bis zu deinem letzten Schnauf in ungewisser Zukunft, wenn dein Leben zu Ende sein wird. Die Atembewegung zeigt dir stets, dass - und wie - du lebst. Wie lebendig fühlst du dich gerade? Was macht das mit dir?

Einfache Übung für natürlich gesunden Atemfluss

Mit diesen 3 Schritten erfährst du den Rhythmus und die Bewegung deines Atems

  1.  Setz dich auf eine harte, gerade Fläche, sodass deine grossen Gelenke ca. einen 90°-Winkel bilden:
    Suche mit deinen Sitzhöckern (Den «Beinen» unten an deinem Becken) den Kontakt zur Sitzfläche – kippe dein Becken vor und zurück um den besten Punkt zu finden.
  2. Leg deine Hände auf deinen Bauch. Nimm wahr, was geschieht unter deinen Händen. Beobachte das Geschehen, ohne es zu steuern oder zu bewerten:
    Der Einatem strömt durch die Nase in die Lunge. Spüre, wie unter deiner Hand sich dein Bauch bei der Zwerchfellbewegung im Einatem nach vorn wölbt.
    Im Ausatem schwingt alles wieder zurück. Am Ende des Ausatems entsteht vielleicht eine Pause, bevor der neue Einatem von selbst wiederkommt.
    Warte, bis das geschieht, ohne den neuen Einatem zu «holen».
  3. Spüre nach, wie das bei dir ankommt. Nach einigen Atemzügen kannst du die Hände lösen (und z.B. auf die Oberschenkel ablegen). Schliesse die Augen und horche in dich hinein:
    Hat sich etwas verändert? Ist im Körper z.B. Wärme entstanden?
    Wo nimmt sich jetzt der Atem Raum in deinem Körper?
    Wie geht es dir damit? Bist du ruhiger geworden, ist Freude entstanden?

Vielleicht sind auch Fragen entstanden oder du hast etwas erlebt mit dieser Übung, das du austauschen möchtest. Schreibe es in den Kommentar am Ende der Seite und teile deine Erfahrung mit der Atem-Community.

Bald erscheinen Vertiefungsartikel zu den 3 schädlichen Gewohnheiten plus weitere Übungen dazu, wie du dir deinen natürlich gesunden Atemfluss zurückerobern kannst.

Wenn du dich für deinen Atem interessierst, schau dir den Atemschlüssel von Ilse Middendorf an. Das ist die Grundlage meiner Arbeit und für dich die einfachste Art und Weise, mit dem eigenen Atemgeschehen in Kontakt zu treten. Es ist zwar «einfach», fällt aber nicht immer leicht. Melde dich bei mir, wenn du Fragen dazu hast.

Zitat von Ilse Middendorf: Wir lassen unseren Atem kommen, wir lassen ihn gehen und warten, bis er von selbst wiederkommt.
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2 Kommentare zu «Diese 3 Gewohnheiten halten dich davon ab, natürlich gesund zu atmen»

  1. Liebe Susanne,

    Danke für die Erinnerung an «Im Atem ist Alles», wie wir im Jin Shin Jyutsu sagen. Dein Freebie zum Schlüsselbein gefällt mir sehr, denn ich hatte dort lange Zeit eine Schwellung durch Arthrose und das gezielt entspannte Ein- und Ausatmen, hat mit anderen Selbsthilfe-Methoden viel Linderung gebracht.

    1. Liebe Antje, danke fürs Teilen deiner Erfahrungen! Es freut mich, dass dir das Factsheet zum Schlüsselbein gefällt. Sehr schön, dass du Linderung deiner Beschewrden erlebt hast. Ich finde, das macht Mut für schwierige Momente.

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