Meine 3 grössten Fehler beim Pausen machen und was ich daraus gelernt habe

Pausen machen: Mannzgöggeli mit Liegestuhl (Skizze)

Aus Fehlern lernt man (bekanntlich)

Fehler #1: Ich will nur perfekte Pausen machen

Wann ist die Pause perfekt? Wenn endlich alles erledigt ist! Habe ich lange geglaubt, funktioniert aber nicht. Nur etwas ist so garantiert erledigt, bevor ich Pause mache: Ich selbst:

  • mit hängender Zunge komme ich auf dem Berggipfel an, weil ich mich unterwegs nie ausgeruht habe. Zum Alphornspielen fehlt mir der Atem.
  • mit Kopfschmerzen und Nackenverspannungen verlasse ich das Büro, weil ich zwischendurch nichts getrunken habe und stundenlang am Bildschirm klebte.

Was steckt dahinter? Ich orientiere mich am Aussen, wann eine Pause passt. Wenn ich oben angelangt bin. Wenn alles erledigt ist. Wenn die Pausenglocke läutet. Und: Eine Pause gibt es erst, wenn ich perfekt abgeliefert habe.

😅 Heute warte ich nicht mehr auf die perfekte Pause. Ich ruhe mich aus, wenn ich nicht mehr mag beim Aufstieg (oder noch besser bevor das überhaupt passiert).

Vor dem Bildschirm gönne ich mir kurze Auszeiten. Es gibt es unzählige Möglichkeiten für Mikropausen, kleine Bewegungen, Gähnen, das ich nutzen kann. 

💡 Mein Aha-Erlebnis: Ich übe, mich an mir selbst zu orientieren. Ich unterbreche, was ich gerade tue. Das ist perfekt, wenn ich den Moment ernst nehme.

Fehler #2: In der Pause habe ich endlich Zeit um auch das noch zu erledigen

Pausen machen: Jetzt kann ich endlich aufholen, was liegen geblieben ist. Während ich einen Tee trinke kann ich ja auch gleich noch:

  • einige Mails beantworten
  • ein paar Anrufe machen

Fehlanzeige! Multitasking funktioniert nicht – diese und weitere «Erfolgslügen» entmystifiziert Gary Keller in seinem Buch THE ONE THING. (Das ist übrigens eines der wenigen Bücher, die meinen Alltag wirklich besser gemacht haben. Mehr dazu kannst du bei the1thing.com (Englisch) lesen.

💡 Mein Aha-Erlebnis: Eine kurze, aufmerksame Pause, in der ich «nichts» tue, wirkt Wunder. Pausen machen muss nicht heissen, sich nicht von der Stelle zu rühren. Im Gegenteil: Das Pausen machen soll mir geben, was ich für einen Ausgleich gerade gut brauchen kann, sei das Ruhe oder Aktivität.

Fehler #3: Pausen machen ist für Schwächlinge

Wer zuerst eine Pause braucht, der hat verloren. Wenn ich sage, dass ich eine Pause brauche, werde ich nicht mehr ernst genommen, denn:

  • Pausen sind für Schwächlinge.
  • ICH brauche keine Pause!

Eben das habe ich mir eingebildet: Wer jung und stark ist, braucht keine Pause! (Da war ich natürlich noch jung und stark). Naja, aus Rücksicht auf andere kann man ja mal ausnahmsweise eine Pause machen.

Heute ist mir bewusst: Jeder und jede braucht Pausen. Es ist so wichtig, diesen Pausen im Alltag immer wieder Zeit und Raum zu geben. Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Im Gegenteil.

💡 Mein Aha-Erlebnis: Je besser ich bei mir wahrnehme, wann ich eine Pause brauche und was mir gerade gut tut, desto eher kann ich meine gute Laune durch den Tag behalten. In Meetings sind andere meistens froh, wenn ich mich als pausenbedürftig oute - denn es geht ihnen ebenso.

Was Pausen machen mir heute bedeutet

Ob es lange Auszeiten sind oder Mikropausen, in jedem Moment ist es möglich, mich zu beleben oder zu beruhigen. Oft braucht es auch eine «Pause» um  etwas zu unterbrechen: Stress, Druck oder aufwühlende Gefühle.

Pausen geben meinem Alltag Rhythmus. Rhythmus stärkt mich, wenn ich mich aus mir orientiere. Ich habe bemerkt: In Pausen geschehen plötzlich wundersame Dinge. Vielleicht knüpfe ich neue Kontakte oder sehe zum ersten Mal etwas, das mich zum Staunen bringt.

Lieblingspausen

Meine Lieblingspausen zwischendurch sind:

  • Spazieren im Wald
  • Meine Katze streicheln
  • Den Wolken zuschauen
  • Mit jemanden plaudern
  • genüsslich Gähnen (Lies hier mehr zu Gähnen und Lebensrhythmus, wenn du erfahren möchtest, wie die Pause im Atemfluss eingebaut ist.)

Wie ist das bei dir? Schreib in den Kommentar, was du am liebsten machst, wenn du dir eine echte Pause gönnst.

Clevere Pausen machen

Für eine Pause im Alltag muss man sich ja nicht immer gleich in den Liegestuhl fläzen. Was bringt dich zwischendurch zum Aufatmen? Was kannst du tun, damit du etwas Kleines erlebst, das dir gut tut?

Wenn du dich oben bei meinen Fehlern wiedererkannt hast, probier mal das aus:

#1 Für Perfektionisten ⏰

Stell einen Wecker (weit weg von deinem Arbeitsplatz). Nun musst du wenigstens aufstehen und hingehen, um das Geklingel auszuschalten, selbst wenn du dann doch keine Pause machst. 

#2 Für Multitasker 1️⃣

Nimm dir für deine Pause nur eine einzige Sache vor (Für Fortgeschrittene: oder eben gar keine) und lass dich um keinen Preis davon ablenken. Trink den Tee also nicht vor dem Bildschirm, sondern draussen auf dem Balkon.

#3 Für Superfrauen 🌊

Achte zwischendurch immer wieder mal auf deinen Atem: Wie zeigt sich der Rhythmus? Was nimmst du wahr? Könnte dein Atem eine Pause brauchen? Dann gönn dir eine. In dubio pro pause [Kann jemand Latein?].

Mal anders Pause machen

Zeichne eine Tasse in einem Schwung mit vier Strichen: Hier ist die Anleitung, mit der dir das sicher gelingt.

Tasse zeichnen mit vier Strichen - 1. Strich
Tasse zeichnen mit vier Strichen - 2. Strich
Tasse zeichnen mit vier Strichen - 3. Strich
Tasse zeichnen mit vier Strichen - 4. Strich

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